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Academic Scorecard

Definition

Die Academic Scorecard ist eine Variante der Balanced Scorecard (zu Balanced Scorecard siehe: Prof. Dr. Robert Kaplan, Dr. David Norton), bei der die besonderen Aspekte der Universitäten und Hochschulen im Gestaltungsprozess des Strategiemanagement berücksichtigt werden. Im wesentlichen entspricht die Academic Scorecard (ASC) der Balanced Scorecard (BSC) und "übersetzt" lediglich die Begrifflichkeiten auf die universitäre (= akademische) Ebene. Allerdings wird die ASC meist mit nur drei Perspektivebenen gebildet und verzichtet auf die oberste Zielebene der BSC. Mithin wird also meist die Finanzperspektive bei der Zielsetzung weggelassen, da zumindest im Bereich der staatlichen Hochschulen hier keine tatsächlichen Zielperspektiven ableitbar sind. Typischerweise wird hier der Konflikt zwischen privaten und staatlichen Hochschulen deutlich, da die privaten Hochschulen sehr klar auch finanzwirtschaftliche Ziele (z.B. Umsatz, Gewinn, Rendite) verfolgen.

Eine sehr gute Definition des Begriffs der Academic Scorecard findet sich bei der Fachhochschule Münster, die erfolgreich mit der ASC arbeitet und sie auch als Instrument der Systemakkreditierung genutzt hat. Die Definition der Fachhochschule Münster lautet: "Bei einer Academic Scorecard handelt es sich, in Anlehnung an das Instrument Balanced Scorecard aus der Wirtschaft, um eine Tabelle, in der die strategischen Ziele einer Organisation oder einer Organisationseinheit (also in unserem Fall: der gesamten Hochschule bzw. der einzelnen Fachbereiche) übersichtlich und konkret dargestellt werden. Sie wird zunächst als Systematisierungsinstrument eingesetzt, und dient zugleich als Lenkungs- und Entscheidungshilfe für die erfolgreiche(re) Steuerung der Fachbereiche bzw. Institute bzw. der Hochschule insgesamt.
Zwei Aspekte sind dabei wichtig: Das Zielsystem soll ausgewogen sein und alle für die jeweilige Organisation relevanten Blickwinkel (oder: "Perspektiven") berücksichtigen. Die Tabelle soll aber nicht nur die verfolgten Ziele abbilden, sondern auch darüber informieren, ob (bzw. in welchem Umfang) diese Ziele erreicht werden konnten. Voraussetzung hierfür ist, dass für jedes Ziel angegeben wird, mit welcher Kennzahl (oder auf welche andere Weise) die Zielerreichung beobachtet werden kann, welche Soll-Größen angestrebt werden und welche Ist-Zahlen erreicht wurden. Vervollständigt wird die Übersicht durch die Angabe der Maßnahmen, die jeweils zur Zielerreichung durchgeführt werden." Quelle: Fachhochschule Münster, [1]

Anwendungsbereiche und Beispiele

Die Academic Scorecard hat im internationalen Umfeld bereits einige Verbreitung gefunden und wird von zahlreichen Hochschulen eingesetzt. Vergleiche zum Beispiel: University of Leeds [1], University of California, San Diego [2], Hochschule RheinMain [3] oder Fachhochschule Münster [4].
Insbesondere in Deutschland ist in der jüngeren Vergangenheit die Hochschullandschaft durch Deregulierung und Reformen in Bewegung geraten. Bund und Länder geben den staatlichen Hochschulen mehr Gestaltungsfreiräume und damit auch mehr Eigenverantwortung. Der Anstieg und nachfolgend erwartete Rückgang der Zahl der Studierenden stellt die Hochschulen zusätzlich vor enorme Herausforderungen. Parallel nehmen Zahl und Qualität der privaten Hochschulen deutlich zu. Als Folge sehen sich Fachhochschulen, Akademien und Universitäten in Deutschland einem wachsenden Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Anstatt akademischer Vollversorgung setzen daher viele Hochschulen auf Differenzierung und Ausbau ihrer individuellen Stärken. Die konsequente Entwicklung attraktiver Profile kann mit der Academic Scorecard nachhaltig betrieben werden.

Mit der aufkommenden Systemakkreditierung deutscher Hochschulen hat die Academic Scorecard neben der klassischen Rolle als Instrument des Strategie-management eine weitere Aufgabe erhalten. Sie wird als Instrument zur Vorbereitung der Hochschule zur Systemakkreditierung genutzt und bildet aufgrund ihrer integrierenden Wirkung erfolgreich gemeinsanme Strukturen im Qualitätsmanagementsystem der Hochschule. Vergleiche dazu: DUZ Magazin 7/2013 [2].
Typischerweise werden Academic Scorecards mit Unterstützung externer Berater eingeführt. Die Berater haben die Aufgabe der Prozessmoderation und der Konfliktlösung im Rahmen des mit der Einführung verbundenen Change Management. Der Berater bringt zudem die Methodenkompetenz mit und ist als unabhängiger Dritter neutraler Mittler zwischen der Verwaltung, den Fachbereichen und anderen stakeholdern im Prozess.

Kritik

Die Academic Scorecard ist zwar ein wirkungsvolles Instrument des Strategiemanagement und auch ein erprobtes Tool für die erfolgreiche Systemakkreditierung, aber sie erfordert einen nicht unbeträchtlichen Aufwand und ist nur mit hoher und dauerhafter Unterstützung der wichtigsten Führungskräfte einer Hochschule gestaltbar. Zudem erfordert sie in den meisten Fällen die Einbeziehung externer Berater als Moderatoren und fachkundige Kenner der Methode.

Als besonders schwierig erweist sich in der Praxis meist das Auffinden geeigneter Kennzahlen (vgl. auch KPI) und das Feintuning in der Definition anspruchsvoller, aber machbarer Ziele. Hier ist das dauerhafte Monitoring über entsprechende Reviewmeetings unerlässlich.


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